Abend am Badesee
Das Kanu
Das Kanu
Tomatensalat
Auf dem See
Umtragestelle
Stromschnellen
Der Fluß Tidan
Zelt im Wald
Lagerfeuer
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Scandtrack-Zelt
Liseberg-Park
Hardrock-Cafe
Schweden-Flagge

Schweden - Kanutour

Sommer 2008
Dieses Jahr hatten wir etwas ganz besonderes geplant. Bereits nach dem letzten Sommerurlaub auf Rhodos, hatten wir uns dazu entschlossen mal einen Abenteuer-Urlaub zu machen. Freunde hatten uns von der Organisation „Scandtrack“ erzählt, die ganz unterschiedliche Outdoorreisen nach Scandinavien anbieten. Nach einer ausgiebigen Internetrecherche auf der Scandtrack-Homepage, waren wir bereits Feuer und Flamme für eine Kanutour in Schweden. Es standen uns also 9 Tage Kanutour, Campen und Abenteuer auf dem Fluss Tidan bevor, der sich nördlich von Göteburg in der Provinz Västergötland befindet.

Vorbereitung auf die Tour

Neun Tage Outdoor zu verbringen bedarf einiger Vorbereitungen. Leider bekamen wir von der Organisation die Reiseunterlagen erst knapp eine Woche vor Reisebeginn zugeschickt, sodass wir von der Planung der Reise an sich noch keine Vorstellung hatten und dementsprechend nicht wussten, was noch einzukaufen war. Als die Unterlagen endlich da waren, konnte es losgehen. Glücklicherweise waren in den Scandtrack-Unterlagen auch die Dinge aufgelistet, die man selber mitbringen musste und die man von der Organisation vor Ort gestellt bekommen hat. Scandtrack bietet den Vorteil, dass man fast alle Materialien, die für das Überleben in der freien Natur und für die Kanutour benötigt werden ohne zusätzliches Entgelt ausgeliehen bekommt. Dazu gehörten in unserem Fall nun speziell ein sehr gutes 2-Personen Zelt, ein Verpflegungspaket für die gesamte Aufenthaltszeit, ein Materialienpaket inklusive Toilettenpapier und Kochausrüstung. Dennoch gab es einige Dinge, die wir uns selbst noch besorgen mussten. Ganz wichtig war die Outdoor-Seife (wir wussten vorher noch nicht mal dass es sowas gibt), die für unsere Körperhygiene sorgen sollte. Der Fluss hat nämlich noch Trinkwasserqualität und das soll auch noch lange so bleiben. Deswegen also eine Seife, die komplett biologisch abbaubar ist. Außerdem haben wir noch Campinggeschirr und selbst aufblasende Isomatten eingekauft. Das Packen unserer Tasche war dann auch noch mal eine spannende Angelegenheit :) Die Vorgabe lag bei 20 kg pro Person und irgendwo musste ja auch noch die Ausrüstung hin.....Aber schnell waren wir uns einig, dass wir unter uns bleiben werden und man deshalb auch keine Modenshow machen muss. Also wurden sportliche Hosen, normale T-Shirts, Badesachen und auch dicke Skiunterwäsche eingepackt...man kann ja nie wissen!!!

Anreise

Scandtrack bietet den Service an, die Reiseteilnehmer in einer nahe gelegenen Stadt, wie bei uns etwa Dortmund, mit dem Bus zum Reiseziel zu bringen. Allerdings mit Aufpreis von 60,00 €. Die Zustiegsorte Rostock und Puttgarden auf Fehmarn sind dann kostenfrei. Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschieden selber mit dem Auto nach Puttgarden zu fahren und dort dann in den Bus zu zusteigen. Nach einer circa 6 ½ stündigen, anstrengenden Autofahrt kamen wir am frühen Abend bei bestem Wetter auf Fehmarn an. Nachdem wir den Fähranleger und einen geeigneten Parkplatz für eine ganze Woche ausfindig gemacht hatten, fuhren wir in den Ort „Burg“ auf Fehmarn, um dort gemütlich zu Abend zu essen. Frisch gestärkt hielten wir uns die letzten zwei Stunden bis zur geplanten Busankunft am verabredeten Treffpunkt an den Bus-Fährterminals auf. Mit etwa einer Stunde Verspätung checkte unser Bus, mit dem Ziel den Fluß Tidan zu erreichen, auf einer Fähre der Scandlines ein. Die Überfahrt verlief ereignislos und bereits nach 45 Minuten erreichten wir das dänische Festland. Jetzt sollte eine sieben stündige, unbequeme und wenig komfortable Busfahrt folgen. Relativ übernächtigt aber dennoch seeehr froh bei strahlendem Sonnenschein am „Scandtrack-Camp“ morgens um 9.30 Uhr angekommen zu sein, wurden wir von „Ulli“, der Scandtrack-Mitarbeiterin und „Thomas“, dem schwedischen Kanuexperten, empfangen. Das Scandtrack-Camp stellte sich wider erwartend als eine große Wiese mit einem kleinen roten Scandtrack-Pavillon heraus. Wir erhielten die erste „Outdoor-Aufgabe“, indem wir eines der Zelte, die im Wäldchen von der Reisegruppe vor uns noch aufgebaut waren, abbauen und uns dann gegen eine Unterschrift unser Verpflegungs- und Materialienpaket bei Ulli abholen sollten. Dann ging es ans Sachen umpacken. Unsere Kleidung wollte schließlich wasserdicht verpackt werden. Dafür bekamen wir zwei 60 Liter große Packsäcke. Unser mitgebrachtes Material sortierten wir zu den anderen Materialien, die wir von Scandtrack bekamen. In einem kurzen Gespräch mit Thomas, wurden uns die Möglichkeiten der bevorstehenden Tour nahe gelegt. Wir entschieden uns zunächst für die Tidan-Tour Richtung Norden, welche zwar die anstrengendere aber auch spannendere Variante sein sollte. Die Möglichkeit in Richtung Süden zu dem See Straken aufzubrechen, haben wir uns für die letzten Tage der Tour aufgehoben. Genau die richtige Entscheidung!!! :) Bepackt mit unserem gesamten Gepäck und Kartenmaterial vom Tidan brachte uns Thomas mit einem großen Van zum Startpunkt unserer Tour, dem Kanuverleih Kyrkevaarn. Anstatt einer Kanueinweisung für Leute, die keine Ahnung haben (wie wir!), zeigte uns Thomas unser Kanu, gab uns zwei Schwimmwesten und zwei Paddel und wünschte uns eine tolle Tour. Und los ging`s! :)

Die Wanderfahrt auf dem Fluss Tidan

Am selben Tag unserer Ankunft mit dem Bus ging es dann gegen Mittag auch schon mit der eigentlichen Tour los. Wir bepackten also am Anlegesteg das Kanu mit unseren Sachen. Die schwersten Gegenstände in die Mitte und alles so flach wie möglich stapeln. Dann paddelten wir einfach mal los. Zunächst im lässig, modernen Zick-Zack-Stil, später aber ziemlich professionell gerade aus.. :) Das Flussbett des Tidan ist nicht sehr breit und nicht sehr tief. Außerdem wird der Flusslauf von unterschiedlichsten historischen Schiffshebewerken und Wehren unterbrochen, sodass die Strömung des Flusses fast gar nicht auffällt. Dementsprechend ist der Fluss recht ungefährlich und absolut für Anfänger des Kanusports geeignet. Die eben erwähnten Wehre bilden für alle Kanufahrer so genannte Umtragestellen. Zu Beginn der Tour stellten diese sich noch als relativ harmlos dar, denn man musste das Kanu lediglich an der einen Seite aus dem Wasser bekommen und 20 Meter weiter einfach wieder ins Wasser hineinschieben. Meistens musste man dabei natürlich noch die eigenen Sachen separat tragen, denn etwa 200 kg zu zweit zu tragen, wäre wohl nur etwas für Bodybuilder... Später wurden die Umtragestellen wesentlich schwieriger und vor allem anstrengender. So musste man etwa nachdem man die Sachen ausgeladen und das Kanu zu einer geraden Strecke getragen hat alles wieder einladen, das Kanu auf einen Kanuwagen hieven und dann rund 1-5 Kilometer über Landstraßen und Felder ziehen, bis dass man wieder Flusswasser unter den Füßen hatte. Ganz schön anstrengend.... Besonders toll ist es ein Teil der Natur zu sein. Man paddelt mit dem Kanu zwischen Feldern mit Kühen, Pferden und Schafen hindurch, passiert Wäldchen oder man lässt seinen Blick durch kleine Gärten schweifen und entdeckt wunderschöne, idyllische kleine schwedische Häuschen. Auf unserer Tour passierten wir unter anderem auch zwei Seen. Hier hatte man einen wunderschönen weitreichenden Ausblick und konnte des Weiteren sehr gut schwimmen gehen. Ein weiterer Vorteil war, dass man sich hier einen Rastplatz für die Nacht aussuchen konnte, sodass man nicht Zwangsweise auf den vorgegebenen Kanucampingplätzen sein Lager aufschlagen musste. Damit war man an diesen Plätzen etwas ungestörter. Tidaholm ist ein kleines schwedisches Städtchen, welches von dem Fluss Tidan direkt durchlaufen wird. Allerdings ist die Strecke in Tidaholm nicht befahrbar, sodass wir am Stadtanfang umtragen mussten und erst hinter der Stadt wieder ins Wasser einsetzten konnten. Dadurch machten wir aber dann einen schönen Spaziergang durch das niedliche Städtchen und gönnten uns eine schön, erfrischende Cola im Supermarkt. Natürlich im Schlepptau: das Kanu :) Problematisch war allerdings die Ausschilderung der Umtragestrecke für die Kanufahrer. In der Stadt selbst konnten wir uns lediglich mit einer ,eher schlecht gezeichneten Karte orientieren, sodass wir die eigentliche Einsatzstelle hinter der Stadt natürlich auch verpasst haben. Leider mussten wir dadurch einen langen Umweg zu Fuß in Kauf nehmen und konnten nur noch über eine Pferdekoppel einer sehr netten schwedischen Omi wieder in den Fluss gelangen. Wenigstens hatten wir die Chance die Gastfreundlichkeit der Schweden auszutesten und ebenfalls an unsere eigenen körperlichen Grenzen zu gelangen. Die in der Karten eingezeichneten Kanu-Campingplätze sind mit klassischen Campingplätzen, wie die meisten sie kennen nicht zu vergleichen. Da in Schweden sowieso Jedermannsrecht herrscht, hat man eigentlich auch die Möglichkeit wild zu campen und ist somit nicht auf die eingezeichneten Plätze angewiesen. Die ofiziellen Plätze kennzeichnen sich lediglich durch eine „Biotoilette“ (quasi ein Plumpsklo), einer gesicherten Feuerstelle und einer Mülltonne. Dementsprechend musste man für die Übernachtungen auch nichts bezahlen. Die meisten dieser Plätze, die wir gesehen haben waren auch sehr schön gelegen, sodass man den anstrengenden Tag gemütlich am Lagerfeuer oder mit einem Kartenspiel ausklingen lassen konnte. Alles in allem war die Kanutour auf dem Fluss zwar sehr anstrengend aber auch ereignisreich und den Urlaub somit zum Erlebnis gemacht hat. Nach 5 Tagen auf dem Fluss, haben wir uns dazu entschieden, Thomas anzurufen, damit wir einen Treffpunkt vereinbaren und er uns dann abholt. Wenn man sich zu Beginn der Tour für die Strecke Richtung Norden entschieden hat, hat man eine Telefonnummer mitbekommen und hatte eine Abholung von egal welcher Stelle inklusive. An der vierzehnten Umtragestelle wurden wir dann also am nächsten morgen von einer Fahrerin des Kanuverleihs abgeholt und zum Scandtrackcamp zurück gebracht. Von hier aus wollten wir den südlich gelegenen See Straken erkunden und uns ein wenig entspannen.

See Stràken

Der See Straken ist ein beliebtes Tagesausflugsziel. Außerdem sind rund um den See herum viele schöne Ferienhäuser gelegen, sodass man bereits auf der Fahrt einige Menschen zu Gesicht bekommt. Zunächst ist der See nur genauso breit, wie zuvor der Fluss. Nach und nach entfernen sich die Ufer allerdings voneinander, sodass man sich schließlich in einem richtigen See befindet, dessen Ufer etwa 500 Meter voneinander entfernt sind. Zwischendurch passiert man auch einige kleine unbewohnte Inseln, welche sich hervorragend für einen Badetag eignen. Kleinere Buchten laden aber auch an den Seeufern zum Verweilen ein. Zwar hat man hier keinen Sandstrand und nur grobe Steine an den Ufern, trotzdem kann man es sich hier recht gut gehen lassen, wenn man denn seine Badeschuhe nicht vergessen hat. Genau wie auf dem Kartenmaterial zum Fluss, sind an dem See Straken Kanu-Campingplätze eingezeichnet. Nur leider sucht man hier vergeblich nach einer Ausschilderung. So war es eher Zufall, dass wir in einer Bucht auf einen solchen Rastplatz gestoßen sind. Dafür hatten wir dann einen traumhaft schönen Platz ergattert und uns sofort dazu entschieden unser Lager einfach an dieser Stelle aufgebaut zu lassen und die Umgebung von diesem Platz aus zu erkunden. Landschaftlich hatte der See wirklich viel zu bieten und man konnte sich an der Natürlichkeit kaum satt sehen. So genossen wir dann also die letzten Tage mit Schwimmen gehen, sonnen und einfach mal entspannen.

Wetter & Mücken

Man soll`s kaum glauben aber wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. 8 der 9 Tage in Schweden hatten wir hervorragendes Wetter. Die ersten Tage war es dazu auch richtig warm. Um die 30 Grad...Gut, dass wir uns vor Reisebeginn zwei stylische Sonnenhüte zugelegt hatten :) Die restlichen Tage war es zwar ein klein wenig kühler aber dennoch warm genug, um kurze Kleidung zu tragen und schwimmen zu gehen. Bereits vor der Reise wurden wir von allen Freunden und Bekannten vor Mücken und sonstigen lästigen Insekten gewarnt. Ausgestattet mit Anti-Mückenspray und juckreizstillender Salbe sind wir nach Schweden aufgebrochen. Aber bereits nach dem ersten Tag war uns klar, dass nicht die Mücken das Problem waren, sondern eher die Bremsen oder Fliegen. Ansonsten hatte man aber selbst abends keine großartigen Probleme mit irgendwelchen Krabbeltieren.... :)

Outdoor-Verpflegung

Jaaaa, die Verpflegung.... :) Das war ebenfalls eine spannende Angelegenheit. Da wir ja das Verpflegungsset von Scandtrack zu Beginn der Reise erhalten haben, wussten wir nicht so recht was da auf uns zu kommt. Jeden Abend war es daher immer eine kleine Überraschung, was wir uns wohl zaubern können. Ein kleines Problem stellte allerdings unser Kochmaterial dar. Wir hatten einen kleinen Spirituskocher dabei und eine Flasche Spiritus (= 1 Liter) zum auffüllen. Zunächst machten wir uns darüber keine Gedanken, aber als wir dann merkten wie aufwendig es war jeden Abend 5 Liter Flusswasser abzukochen, um Trinkwasser zu erhalten, wurde uns ziemlich schnell bewusst, dass 1 Liter Spiritus nicht das Meiste war. Deshalb mussten wir uns etwas einschränken, bzw. nach Alternativen wie Lagerfeuer oder Ähnliches suchen. So haben wir es bis zum letzten Tag geschafft uns vernünftig zu verpflegen und auch mit dem Spiritus aus zukommen. Was es so leckeres zu essen gab, haben wir in unserem Meuplan dargestellt:

Tag 1: Spaghetti mit Kabarnossi-Würstchen in Tomatensauce & Tomatensalat
Tag 2: Grüne Bohnen in Speck angebraten mit Kartoffeln und Tomaten
Tag 3: Spaghetti mit Champignongs und Speck
Tag 4: Erbseneintopf mit Reis
Tag 5: Essen am Lagerfeuer: Würstchen, selbst gemachtes Stockbrot & Gurkensalat
Tag 6: Bohneneintopf mit Kartoffeln (aus der Dose)
Tag 7: Spaghetti mit Bockwürstchen und Erbsen&Möhrengemüse

Getränke
Wie bereits erwähnt hat der Fluss Tidan, sowie der See Straken Trinkwasser-Qualität. Dennoch wurde empfohlen das Wasser bevor man es trinkt gut abzukochen, damit alle eventuell vorhandenen Bakterien abgetötet werden und man Krankheiten vorbeugt. Bei unseren Reisevorbereitungen haben wir uns dazu entschieden Pulver-Tee mitzunehmen, welcher sich dann im Wasser auflöst und ihm einen angenehmen Geschmack verleiht. Allzu pingelig sollte man in dieser Hinsicht jedoch nicht sein, denn es schwimmen immer mal wieder kleine Tierchen oder sonstiger Dreck mit im Tee herum. Für unsere nächste Tour werden wir jedoch auch Kaffeefilter mitnehmen, damit man das abgekochte Flusswasser noch einmal filtern kann. Außerdem war die Abkocherei Abends wirklich irgendwann etwas nervig, da es auch etwas länger braucht 1 Liter Wasser auf einer kleinen Spirituskocherflamme zum Kochen zu bringen. Dennoch war das Wasser dann wirklich trinkbar, und krank sind wir auch nicht geworden :)

Göteburg

Der Samstag, genau eine Woche nach unserer Ankunft im Camp, sollte in Göteburg verbracht werden. Bereits am Abend zuvor, war für alle Reisenden das Scandtrackcamp der Treffpunkt. Hier sollten wir dann das letzte Mal unser Zelt aufbauen. Wir packten also alle Sachen wieder in unsere eigentlichen Reisetaschen und waren somit schon fast Abreisefertig. Nach einem gemütlichen letzten Abend wurden am nächsten Morgen gegen 8 Uhr die Zelte sauber und aufgeräumt, das Material geordnet und die Lebensmittelkiste geleert, an Ulli zurück gegeben. Gegen 9 Uhr traf dann auch unser Bus ein, der uns nach einer etwa 2 stündigen Fahrt in Göteburg absetzte. Dann hatten wir bis Abends um 22.00 Uhr Zeit die Stadt bei leider eher schlechtem Wetter zu erkunden. Im Bus hatten wir einen Reiseführer von Göteburg erhalten, in dem einige hilfreiche Tipps standen. Mit einem Stadtplan und einem Plan der öffentlichen Verkehrsmittel machten wir uns also auf den Weg. Unser erster Gang führte uns zu einem Busterminal an welchem man Bustickets kaufen konnte. Da Schweden alle recht gut Englisch sprechen, war die Verständigung kein Problem, sodass wir innerhalb von ein paar Minuten zwei Tagestickets zu etwa 6 € in den Händen hielten und uns damit nun fast frei in Göteburg bewegen konnten.

Haga
Wir entschieden uns dazu mit der Straßenbahn erst einmal in die älteste Vorstadt Göteburgs, der Haga, zu fahren. Hier konnten wir alte, kleine schwedische Gassen bestaunen. Außerdem gab es auf der „Einkaufsstraße“ viele kleine, ganz individuelle Geschäfte in denen man sowohl Handarbeiten als auch moderne Gegenstände begutachten und zu fairen Preisen kaufen konnte. Alle 20 Meter gab es kleine urige Cafes in denen man gut bei einem leckeren Capuccino entspannen und die Umgebung auf sich wirken lassen konnte. Die Tour in die Haga hat sich auf jeden Fall gelohnt, weil man ein wenig schwedische Kultur mitbekommen hat und in den kleinen Geschäften gemütlich bummeln konnte. Nach knapp 2 Stunden waren wir allerdings durch alle kleinen Gassen einmal durchgegangen, sodass wir mit der Straßenbahn wieder zurück in die Innenstadt gefahren sind. Da in unserem Reiseführer der „Liseberg-Park“, der größte Freizeitpark des Nordens, ganz hoch angepriesen wurde, entschlossen wir uns dazu, hier mal einen Besuch abzustatten.

Liseberg-Park
Nach einer kurzen Fahrt mit einer Straßenbahn einer anderen Linie kamen wir am Liseberg-Park an. Die Schlange am Eingang war nicht allzu lang, sodass wir relativ schnell an der Kasse ankamen. Hier wunderten wir uns, dass wir für zwei erwachsene Personen, umgerechnet nur 14 € Eintritt bezahlen mussten. Aber besser konnte es ja nicht laufen...oder? Der Liseberg-Park ist von der Aufmachung her ein gewöhnlicher Freizeitpark. Mit dem Unterschied, dass hier die beste Achterbahn der Welt stehen soll. Also dachten wir uns: da müssen wir drauf! Als erstes sind wir also zu der besagten Achterbahn gelaufen. Haben uns auch artig etwa eine halbe Stunde angestellt. Oben angekommen und die Wagen der Bahn schon vor der Nase wurden wir nach unseren Tickets gefragt...Völlig verdutzt schauten wir den Schweden an und wussten gar nicht was der von uns möchte. Naja...Ende der Geschichte war dass man jede Aktivität innerhalb des Parks noch einmal teuer bezahlen musste. Das bedeutete etwa 6 € pro Person für die Hauptattraktionen. Das war uns dann doch ein wenig zu teuer, sodass wir uns lediglich ein Eis und eine Fahrt mit dem Riesenrad gönnten. Nachdem wir dann noch ein wenig durch den Park spaziert sind, machten wir uns auf den Rückweg in die City.

Göteburg-City
Die Innenstadt von Göteburg ist ebenfalls schwedisch-idyllisch. Zwar ist die Einkaufsstraße wie eine gewöhnliche Einkaufsstraße einer anderen Großstadt, aber dennoch hat man immer wieder schöne ruhige Plätze gefunden. Nach einem kleinen Stadtrummel ließen wir uns zum Abendessen im Hardrock-Café Göteburg nieder. Hier schmeckte uns ein großer Burger und eine leckere Portion Pommes. Genau das richtige nach dem „enthaltsamen“ Essen auf unserem Campingkocher. Das obligatorische Hardrock-Café T-Shirt wollte natürlich auch als Andenken mitgenommen werden. Um das kalorienreicher Essen besser verdauen zu können machten wir noch einen kleinen Spaziergang zum Yachthafen. Hier konnte man sowohl portliche Segelyachten, einen historischen Großsegler, als auch zwei Militärschiffe betrachten. Zum Ausklang des Abends schlugen wir uns bei einer ausgiebigen Partie Karten im örtlichen Stadtpark und machten uns dann auf in Richtung Busparkplatz. Die letzte Stunde verbrachten wir im sehr gepflegten Bahnhof Göteburgs. Gegen 22.00 Uhr stiegen wir dann wieder in unseren Bus ein.

Abreise

Die Rückfahrt führte uns zunächst einmal nicht auf die Autobahn Richtung Dänemark, sondern zu Ikea. An einem echten schwedischen Ikea-Parkplatz sollten wir dann ungefähr eine Stunde warten, bis sich alle Scandtrack-Busse (auch aus den anderen Urlaubsregionen) versammelt waren und einige Leute dann den Bus wechseln mussten, um in die richtige Richtung zufahren. Gegen 23.45 Uhr rollten wir dann endlich vom Parkplatz und machten uns auf Richtung Heimat. Genau wie auf der Hinfahrt fuhren wir die ganze Nacht durch und saßen morgens gegen 6 Uhr in unserem Auto, das in Puttgarden auf uns gewartet hat.

Fazit

Dies war mal ein Urlaub der ganz anderen Art. Aber er hatte alles zu bieten, was wir uns davon erhofft hatten. Abenteuer, Natur, und ganz besonders hervorragendes Wetter. Auch wenn einiges Organisatorisches hätte besser sein können, waren wir mit dem Urlaub sehr zufrieden und würden jederzeit wieder eine Kanutour machen.




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