Hamburg Mai 2008
Zum Geburtstag habe ich dieses Jahr von Anna ein Wochenende in Hamburg geschenkt bekommen. Dieser lang ersehnte Termin sollte nun kommen. Freitag Nachmittag haben wir uns, nach getaner Arbeit, gegen 17.00 Uhr auf den Weg in den Norden gemacht. Da wir in Dortmund gestartet sind hat es bereits eine geschlagenene halbe Stunde gebraucht, um
überhaupt den Weg auf die überfüllte Autobahn zu finden. Nach einer weiteren dreiviertel Stunde hatten wir dann auch endlich die A1, die uns in den Norden bringen sollte, erreicht. Hier folgten wir brav den Schildern, welche die Geschwindigkeit auf schneckentempoähnliche 100-120 kmh beschränkten... :( Auch die etwas eintönige Landschaft zwischen den Baustellenabschnitten machten die Fahrt zu keinem besonderen Erlebnis.
Nach etwa vier Stunden kamen wir dann ziemlich müde in Hamburg-Finkenwerder an. Hier sollten wir für das bevorstehende Wochenende in der Wohnung von Annas Bruder übernachten..
Das Wochenende war bereits von vornherein mit vielen Aktivitäten geplant worden, sodass ein ziemlich straffer Zeitplan auf dem Programm stand.Freitag
Da wir bereits daheim die nötigsten Lebensmittel eingekauft hatten, stand uns der Abend zur freien Verfügung. Dies endete jedoch darin, dass wir bei „Wer wird Millionär“ von der angenehmen Stimme von Günther Jauch völlig übermüdet eingeschlafen sind. :) Da der Wecker für neun Uhr gestellt hatten war das auch gar nicht weiter schlimm, da wir so genügend Energie für das bevorstehende Programm sammeln konnten.Samstag
Wie bereits erwähnt klingelte am nächsten Morgen um neun der Wecker. Letztendlich fing der Tag allerdings erst um halb zehn an :) Um von Finkenwerder in die Hamburger-City zu gelangen sollte man mit öffentlichen Verkehrsmitteln eine gute Stunde einkalkulieren. Nicht zuletzt, um dem stressigen Autoverkehr und dem Parkplatz-Gesuche in Hamburg Downtown zu entgehen. Unser Auto parkten wir am Fähranleger in Finkenwerder, an den sogenannten „Dampferbrücken“. Die im zehnminuten Takt fahrenden, kleinen Fähren sind eine schöne Touristenattraktion. Am Anleger konnten wir direkt eine Tageskarte für alle öffentlichen Verkehrsmittel im Hamburger Raum erhalten. Die Fahrkarte ist für fünf Personen gültig und für 8,40 EUR eine sehr günstige Angelegenheit. Außerdem bekommt man auf der Fähre wirklich etwas geboten. Die Fahrt bis zu den Landungsbrücken dauert etwa 25 Minuten und führt vorbei am Nobelviertel Blankenese. Vom Wasser aus kann man einen Blick auf die edlen Villen werfen und ins träumen geraten :) Auch die großen Frachtschiffe, die in den Trockendocks liegen oder gerade mit Fracht beladen werden lassen einen ins Staunen geraten., denn wann ist man schon einmal einem Riesen ganz nah???? Vorbei an weiteren Attraktionen, wie dem Museumshafen oder dem Fischereimarkt fuhren wir bis zu den „Landungsbrücken“. Da wir auf unserem Tagesplan einen ausgiebigen Brunch mit anschließendem Stadtbummel und etwas Sightseeing verzeichnet hatten, führte unser Weg zur U-Bahn mit der wir in die Innenstadt fahren wollten. Mit der Linie U3 waren es etwa drei Haltestellen, bis zum Rathaus. Von hieraus ging es zum Brunch ins Alex, das direkt an der Binnen-Alster gelegen ist. Das Alex war sehr gut besucht und wegen der enormen Größe auch etwas laut. Trotzdem bekamen wir hier für 7,50 EUR pro Person vom Frühstücksbuffet was das Herz begehrte. Nach dem wirklich sehr leckeren Frühstück ging es dann glücklich und zufrieden in die Innenstadt. Hier schlenderten wir über den noblen Jungfernstieg und schauten uns unbezahlbare Kleidungsstücke in den Schaufenstern an :) Auf dem Weg zur Mönckebergstrasse fühlten wir uns in einem der drei H&M-Stores dann doch irgendwie wohler. Die Mönckebergstrasse ist sozusagen die Haupteinkaufsstrasse Hamburgs, natürlich nur für diejenigen, die nicht nur Marke tragen :) Nach unserem Bummel in der Innenstadt, war unser nächstes Ziel Hamburgs wohl berühmteste Straße, die Reeperbahn. Auch wenn sich hier ein Stripschuppen neben den anderen reiht, finden wir gehört die Besichtigung dieser berühmten Straße einfach zu jedem Hamburgbesuch dazu. Wenn wir noch etwas länger in Hamburg gewesen wären, hätte sich zum Feierngehen auch auf jeden Fall die „Grosse Freiheit“ gelohnt. Diese Straße, ebenfalls auf dem „Kietz“,beherbergt die wohl angesagtesten Clubs der Stadt. Vom Dollhouse bis hin zum Halo, von House bis hin zu Black Music ist für jeden Gecshmack etwas dabei. Aber wie bereits erwähnt....der straffe Zeitplan.... :) Aufgrund des einfach nicht endenden Regens machte der Stadtbummel leider nicht allzuviel Spass, sodass wir uns am Nachmittag zur Wohnung zurück begaben, um vor dem Abendessen unsere Hosen noch etwas zu trocknen."Das Weisse Haus"
Das Abendessen war Teil meines Geburtstagsgeschenkes und sollte im ehemaligen Restaurant vom Tim Mälzer, dem „Weissen Haus“ stattfinden. Das kleine urige Lotsenhaus befindet sich direkt am Elbufer und ist mit der Fähre, Anlegestelle Neumühlen, sehr gut zu erreichen. Anna hatte bereits im Februar einen Tisch für 18.30 reserviert, so dass wir ohne zu warten Platz nehmen konnten. Allgemein sollte man auf jeden Fall einen Tisch reservieren, da dass Restaurant schon recht gut besucht ist. Das weisse Haus ist ein Restaurant der etwas anderen Art. Hier gibt es keine Speisekarte sondern der Gast hat die Wahl zwischen einen 3 Gang oder einem 4 Gang Überraschungsmenü. Unser sehr zuvorkommende Kellner fragte uns zunächst, ob es irgendwelche Allergien oder Abneigungen gegen bestimmte Nahrungsmittel gibt. Da ich nicht allzu gerne Fisch esse, habe ich das vorsichtshalber mal gesagt :) Vor jedem Gang hat der Kellner uns erklärt, was wir nun vor uns auf dem Teller sehen. Nachfolgend unser 3 Gang-Menü:
1. Gang:
Rinder-Tartar mit Gemüsestreifen und leckerem Salatdressing
2.Gang:
Kartoffelcremesuppe mit Flußkrebsschwänzen für Anna, und Croutons für mich, mit etwas Schnittlauchöl garniert
3.Gang:
Tafelspitz auf Gemüseragout mit fritierten Kartoffelspiralen, dabei gabs für Anna noch einen kleinen Seeteufel :)
Wie man sieht, für den Normalen Esser eine eher außergewöhnliches Menü, welches man sich wahrscheinlich in einem anderen Restaurant so nie bestellt hätte. Diese Tatsache hat dem Geschmack allerdings keinerlei Abbruch getan. Im Gegenteil, ich war sehr positiv von dem leckeren Essen überrascht. Jeder Gang war von der Menge, aber vor allem vom Geschmack her genau richtig, so dass wir den vierten Gang nicht mehr mitgenommen haben. Wer gerne also mal ein etwas anderes, vorallem exclusives Restaurant-Erlebnis sucht, der kommt an einem Beusch im "Weissen Haus" definitv nicht vorbei!
Da sich das Wetter noch immer nicht gebessert hatte, entschieden wir uns nach dem Essen für eine Abendaktivität im Trockenen. Wir fuhren ins Kino und schauten uns dort den Film „Love Vegas“ an. Nach etwa 1 ½ Stunden super guten Entertainments fuhren wir nach einem sehr gelungenen Tag, trotz des schlechten Wetters, nach Hause und fielen dort erledigt und immer noch sehr gut gesättigt ins Bett.
Sonntag
Nachden wir Sonntag früh die Wohnung wieder hergerichtet hatten, ging es in Richtung Hamburg Rothenbaum, zum wohl berühmtesten Tennisturnier Deutschlands. Von Finkenwerder bis zum Hamburger Stadtteil Rohtenbaum braucht man mit dem Auto circa 25 Minuten. Rohtenbaum gehört zu den besseren Viertel der Hansestadt. Auf dem Weg zum Stadion haben wir viele schön Villen und nicht weniger eindrucksvolle Luxusautos gesehen. Die Parkplatzsituation am Stadion ist hingegen eher bescheiden. Da wir allerdings schon recht zeitig, gegen ca. 11 Uhr, dort waren, konnten wir einen guten Platz in einer der Nebenstraßen ergattern. Nachdem wir schnell unsere Plätze gefunden hatten, konnte unser Tennistag mit einem guten alten Klassiker beginnen! Michael Stich schlug gegen Marc-Kevin Göllner auf, beides Davis-Cup-Sieger aus dem Jahre 1993. Heee??, wird jetzt der ein oder andere sagen, wie haben die beiden Oldies es denn ins Finale geschafft? :) Hierzu sei gesagt, dass es zusätzlich zu der eigentlichen (jungen) Herrenkonkurrenz seit einigen Jahren auch eine Tour der etwas in die Jahre gekommenen Tennisprofis gibt, dieses Jahr unter dem Namen des Sponsors Black-Rock-Tour zu finden. Qualitativ haben die beiden nichts verlernt, nur die Geschwindigleit ist im Vergleich zu aktuellen Profis etwas langsamer. Das doch recht unterhaltsame Duell der beiden Altstars konnten am Ende Michael Stich für sich entscheiden! Nach dem ersten Einzel haben wir uns auf eine kurze Erkundungstour rund ums Stadion gemacht. Neben zahlreichen Essensmöglichkeiten, wir selbst haben uns mit gebratenen Nudeln versorgt, sind dort zahlreiche Läden sämtlicher namhafter Hersteller der Tennisbranche zu finden. Wenn man auf der Suche nach einem aktuellen Outfit, nach neuen Schlägern oder einem paar bequemer Tennisschuhe ist, wird man hier mit Sicherheit fündig. Die Preise liegen circa 25% unter dem üblichen Ladenverkaufspreis. Das zweite Spiel des Tages war das Finale der Herren-Doppel-Konkurrenz. Hier spielten die Bryan-Brüder aus den USA gegen den Kanadier Nestor und den Serben Zimonjic. Nach drei sehr spannenden Sätzen konnten der Kanadier und der Serbe das Rennen um den begehrten Doppeltitel knapp mit 10:8 im dritten Satz für sich entscheiden. Gegen 15.00 Uhr begann dann aber endlich das eigentliche Hauptevent des Finaltags. Die aktuelle Nummer eins der Welt sollte auf dem Center Court gegen die aktuelle Nummer zwei der Weltrangliste antreten, Roger Federer gegen Rafael Nadal....Ein Traum für jeden Tennisfan :) Nachdem Federer sensationell gestartet ist und schnell mit 5:1 in Führung lag, sahen wir uns schon in einer halben Stunde auf dem Weg nach Hause. Aber Nadal hatte anscheinend andere Pläne :) Nach unglaublichem Kampf gewann er den ersten Satz noch mit 7:5. Der zweite Satz war nicht minder spannend und konnte letztendlich erst von Federer im Tiebreak entschieden werden. Der dritte und letzte Satz ging nach einer Gesamtspielzeit von 2:52 Minuten an Rafael Nadal. Somit konnte sich der Spanier für die Niederlage im Vorjahr erfolgreich revanchieren und wurde mit 360.000€ auch noch recht ordenltich dafür belohnt :) Nach der Siegerehrung haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht, diesmal ohne Stau und auch ohen Geschwindigkeitsbegrenzung, da wir nach 20.00 Uhr unterwegs waren :)Fazit
Mal abgesehen vom schlechten Wetter hatten wir wirklich ein super schönes Wochenende in Hamburg. Die Hansestadt hat wirklich viel zu bieten und wir haben uns fest vorgenommen, nicht das letzte Mal dort gewesen zu sein. Hoffentlich behält Annas Bruder seine Wohnung noch ein Weilchen länger :) hierfür auch nochmal vielen lieben Dank.Home |
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